Geburtsplan erstellen: So formulierst du deine Wünsche für die Geburt

Ein Geburtsplan hilft dir, deine Wünsche und Vorstellungen für die Geburt klar zu formulieren – und dem Klinikpersonal zu kommunizieren, was dir wichtig ist. Er ist keine verbindliche Vereinbarung, aber er erleichtert das Gespräch mit Hebamme und Ärzt:innen und gibt dir Sicherheit. In österreichischen Geburtskliniken ist der Geburtsplan längst bekannt und willkommen.

Auf einen Blick

📅
SSW 32–36
Idealer Zeitpunkt zum Erstellen
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1 A4-Seite
Kurz & übersichtlich – wird gelesen
📋
3–5 Kopien
Für Kreißsaal, Hebamme & deine Unterlagen
🤝
Vorab besprechen
Mit Hebamme oder Geburtsort abstimmen

📋 Was ist ein Geburtsplan – und was ist er nicht?

Ein Geburtsplan ist ein kurzes Dokument, in dem du deine Wünsche und Vorstellungen für die Geburt festhältst – von der Begleitung über Schmerzlinderung bis hin zum ersten Kontakt mit deinem Baby. Er richtet sich an das Team im Kreißsaal und hilft, schnell zu verstehen, was dir wichtig ist.

Was er nicht ist: kein Vertrag, keine Garantie und kein Zeichen von Misstrauen gegenüber dem medizinischen Personal. Geburten verlaufen selten exakt nach Plan – und das ist okay. Der Geburtsplan ist eine Gesprächsgrundlage, keine Checkliste die abgehakt werden muss.

✍️ Schritt für Schritt: So erstellst du deinen Geburtsplan

1
Informiere dich über deine Optionen
Bevor du schreibst, informiere dich über Schmerzlinderungsmethoden (PDA, Wannenbad, Lachgas), Geburtspositionen und Neugeborenenversorgung. Dein Vorbereitungskurs oder deine Hebamme sind gute Anlaufstellen.
2
Nutze eine Vorlage oder unser PDF
Eine strukturierte Vorlage hilft dir, nichts Wichtiges zu vergessen. Weiter unten findest du unsere kostenlose Geburtsplan-Vorlage zum Herunterladen.
3
Formuliere positiv und offen
Schreibe „Ich wünsche mir…“ statt „Ich will nicht…“. Das kommt besser an und zeigt, dass du Verständnis für das Klinikteam mitbringst.
4
Bespreche ihn mit deiner Hebamme
Beim Mutter-Kind-Pass-Gespräch oder in deinem Geburtvorbereitungskurs ist der Geburtsplan ein gutes Thema. Deine Hebamme kann dir sagen, welche Wünsche in deinem gewählten Geburtsort realistisch umsetzbar sind.
5
Drucke mehrere Kopien aus
Bring 3–5 Kopien mit in die Klinik. Eine für die Kreißsaalakte, eine für deine Begleitperson, eine für dich. Hefte sie an deine Kliniktasche damit du sie nicht vergisst.

📄 Was gehört in einen Geburtsplan?

Diese Themen kannst du in deinem Geburtsplan ansprechen – du musst nicht zu jedem Punkt etwas schreiben, nur was dir wirklich wichtig ist:

👥
Begleitung

Wer soll bei der Geburt dabei sein – Partner:in, Doula, Hebamme? Darf eine Begleitperson bei einem Kaiserschnitt dabei sein?

💊
Schmerzmanagement

PDA (Periduralanästhesie) ja oder nein – oder erst bei Bedarf entscheiden? Alternativen: Wannenbad, Lachgas, Akupunktur, Massage.

🤸
Geburtsposition

Stehend, kniend, im Wasser, liegend – oder flexibel je nach Situation? Möchtest du Bewegungsfreiheit behalten?

✂️
Dammschutz & Episiotomie

Dammschnitt nur wenn medizinisch notwendig? Wunsch nach Dammschutz durch Hebamme (warme Tücher, Massage)?

🎀
Nabelschnur

Wer darf die Nabelschnur durchschneiden? Erst nach dem Auspulsieren durchschneiden (verzögertes Abnabeln)?

🤱
Bonding & Stillen

Sofortiger Haut-zu-Haut-Kontakt? Erste Untersuchungen möglichst in deiner Nähe? Möchtest du sofort anlegen?

🏥
Kaiserschnitt-Wünsche

Falls ein ungeplanter Kaiserschnitt nötig wird: Begleitperson dabei? Ruhige Atmosphäre im OP? Baby direkt nach der Geburt sehen?

🎵
Atmosphäre

Eigene Musik? Gedämpftes Licht? Möglichst wenig Unterbrechungen? Das können kleine Details sein, die sich groß anfühlen.

🏥 Geburtsplan in Wiener Geburtskliniken

Alle großen Geburtskliniken in Wien nehmen Geburtspläne entgegen und sind daran gewöhnt. Dazu gehören AKH Wien, Klinik Floridsdorf (ehemals Krankenhaus Nord), Klinik Donaustadt (ehemals SMZ Ost), Rudolfstiftung und die Semmelweis-Frauenklinik. Viele bieten auch Vorab-Gespräche mit der Kreißsaalleitung oder Informationsabende an.

Tipp: Ruf bei deiner Wunschklinik an und frag nach, ob es ein Vorgespräch im Kreißsaal gibt – das ist in Wien durchaus üblich und lohnt sich sehr. So lernst du das Team kennen, kannst Fragen stellen und deinen Geburtsplan vorab besprechen.

❤️ Bleib flexibel

Manchmal läuft eine Geburt ganz anders als geplant – und das ist vollkommen in Ordnung. Ein Geburtsplan soll dir Sicherheit geben, nicht Druck. Das Wichtigste ist, dass es dir und deinem Baby gut geht. Alles andere ist verhandelbar.

📋
Geburtsplan-Vorlage – kostenlos als PDF
Unsere strukturierte Vorlage führt dich durch alle wichtigen Punkte. Einfach ausdrucken, ausfüllen und mitnehmen.
⬇ PDF herunterladen

❓ Häufige Fragen zum Geburtsplan

▶ Wann sollte ich mit dem Geburtsplan beginnen?
Der ideale Zeitpunkt liegt zwischen SSW 32 und 36. Du hast dann alle wichtigen Informationen aus deinen Vorsorgeuntersuchungen und deinem Geburtsvorbereitungskurs, aber noch genug Zeit, den Plan mit deiner Hebamme zu besprechen und ggf. anzupassen.
▶ Ist ein Geburtsplan in Österreich verbindlich?
Nein, ein Geburtsplan ist rechtlich nicht verbindlich. Das Klinikpersonal ist daran nicht gebunden – medizinische Entscheidungen treffen immer Ärzt:innen und Hebammen. Aber ein gut formulierter Geburtsplan wird ernst genommen und beeinflusst die Kommunikation im Kreißsaal positiv.
▶ Muss ich den Geburtsplan vorher mit dem Krankenhaus besprechen?
Nicht unbedingt, aber es ist sehr empfehlenswert. Viele Wiener Kliniken bieten Kreißsaalführungen oder Vorabgespräche an. Dabei kannst du deinen Plan vorstellen, Fragen klären und sicherstellen, dass deine Wünsche im gewählten Geburtsort umsetzbar sind.
▶ Wie lang sollte ein Geburtsplan sein?
Maximal eine A4-Seite. Das Klinikpersonal hat im Kreißsaal wenig Zeit – ein übersichtlicher Plan mit den wichtigsten Punkten wird viel eher gelesen und berücksichtigt als ein mehrseitiges Dokument. Weniger ist mehr.
▶ Was tue ich, wenn meine Wünsche nicht berücksichtigt werden?
Sprich es ruhig und direkt an – „Das ist mir sehr wichtig, bitte erklärt mir warum das nicht möglich ist.“ Du hast das Recht auf Aufklärung und kannst Entscheidungen ablehnen, solange keine medizinische Notwendigkeit besteht. Deine Begleitperson kann dich dabei unterstützen.