
Geburtsplan erstellen: So formulierst du deine Wünsche für die Geburt
Ein Geburtsplan hilft dir, deine Wünsche und Vorstellungen für die Geburt klar zu formulieren – und dem Klinikpersonal zu kommunizieren, was dir wichtig ist. Er ist keine verbindliche Vereinbarung, aber er erleichtert das Gespräch mit Hebamme und Ärzt:innen und gibt dir Sicherheit. In österreichischen Geburtskliniken ist der Geburtsplan längst bekannt und willkommen.
Auf einen Blick
📋 Was ist ein Geburtsplan – und was ist er nicht?
Ein Geburtsplan ist ein kurzes Dokument, in dem du deine Wünsche und Vorstellungen für die Geburt festhältst – von der Begleitung über Schmerzlinderung bis hin zum ersten Kontakt mit deinem Baby. Er richtet sich an das Team im Kreißsaal und hilft, schnell zu verstehen, was dir wichtig ist.
Was er nicht ist: kein Vertrag, keine Garantie und kein Zeichen von Misstrauen gegenüber dem medizinischen Personal. Geburten verlaufen selten exakt nach Plan – und das ist okay. Der Geburtsplan ist eine Gesprächsgrundlage, keine Checkliste die abgehakt werden muss.
✍️ Schritt für Schritt: So erstellst du deinen Geburtsplan
Bevor du schreibst, informiere dich über Schmerzlinderungsmethoden (PDA, Wannenbad, Lachgas), Geburtspositionen und Neugeborenenversorgung. Dein Vorbereitungskurs oder deine Hebamme sind gute Anlaufstellen.
Eine strukturierte Vorlage hilft dir, nichts Wichtiges zu vergessen. Weiter unten findest du unsere kostenlose Geburtsplan-Vorlage zum Herunterladen.
Schreibe „Ich wünsche mir…“ statt „Ich will nicht…“. Das kommt besser an und zeigt, dass du Verständnis für das Klinikteam mitbringst.
Beim Mutter-Kind-Pass-Gespräch oder in deinem Geburtvorbereitungskurs ist der Geburtsplan ein gutes Thema. Deine Hebamme kann dir sagen, welche Wünsche in deinem gewählten Geburtsort realistisch umsetzbar sind.
Bring 3–5 Kopien mit in die Klinik. Eine für die Kreißsaalakte, eine für deine Begleitperson, eine für dich. Hefte sie an deine Kliniktasche damit du sie nicht vergisst.
📄 Was gehört in einen Geburtsplan?
Diese Themen kannst du in deinem Geburtsplan ansprechen – du musst nicht zu jedem Punkt etwas schreiben, nur was dir wirklich wichtig ist:
Wer soll bei der Geburt dabei sein – Partner:in, Doula, Hebamme? Darf eine Begleitperson bei einem Kaiserschnitt dabei sein?
PDA (Periduralanästhesie) ja oder nein – oder erst bei Bedarf entscheiden? Alternativen: Wannenbad, Lachgas, Akupunktur, Massage.
Stehend, kniend, im Wasser, liegend – oder flexibel je nach Situation? Möchtest du Bewegungsfreiheit behalten?
Dammschnitt nur wenn medizinisch notwendig? Wunsch nach Dammschutz durch Hebamme (warme Tücher, Massage)?
Wer darf die Nabelschnur durchschneiden? Erst nach dem Auspulsieren durchschneiden (verzögertes Abnabeln)?
Sofortiger Haut-zu-Haut-Kontakt? Erste Untersuchungen möglichst in deiner Nähe? Möchtest du sofort anlegen?
Falls ein ungeplanter Kaiserschnitt nötig wird: Begleitperson dabei? Ruhige Atmosphäre im OP? Baby direkt nach der Geburt sehen?
Eigene Musik? Gedämpftes Licht? Möglichst wenig Unterbrechungen? Das können kleine Details sein, die sich groß anfühlen.
🏥 Geburtsplan in Wiener Geburtskliniken
Alle großen Geburtskliniken in Wien nehmen Geburtspläne entgegen und sind daran gewöhnt. Dazu gehören AKH Wien, Klinik Floridsdorf (ehemals Krankenhaus Nord), Klinik Donaustadt (ehemals SMZ Ost), Rudolfstiftung und die Semmelweis-Frauenklinik. Viele bieten auch Vorab-Gespräche mit der Kreißsaalleitung oder Informationsabende an.
Tipp: Ruf bei deiner Wunschklinik an und frag nach, ob es ein Vorgespräch im Kreißsaal gibt – das ist in Wien durchaus üblich und lohnt sich sehr. So lernst du das Team kennen, kannst Fragen stellen und deinen Geburtsplan vorab besprechen.
Manchmal läuft eine Geburt ganz anders als geplant – und das ist vollkommen in Ordnung. Ein Geburtsplan soll dir Sicherheit geben, nicht Druck. Das Wichtigste ist, dass es dir und deinem Baby gut geht. Alles andere ist verhandelbar.
❓ Häufige Fragen zum Geburtsplan
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