Rückbildungsgymnastik Wien — Kurse, Tipps & wann du starten kannst
Nach der Geburt braucht dein Körper Zeit und gezielte Unterstützung, um sich zu erholen. Rückbildungsgymnastik hilft dir, Beckenboden und Bauchmuskulatur wieder aufzubauen – sanft, wirksam und auf dich abgestimmt.
🤔 Warum Rückbildungsgymnastik so wichtig ist
Während der Schwangerschaft und bei der Geburt wird der Beckenboden stark beansprucht. Ohne gezieltes Training können Folgeprobleme entstehen: Blasenschwäche, Rückenschmerzen, ein geschwächter Beckenboden oder ein Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskulatur (Rektusdiastase).
Rückbildungsgymnastik ist kein Fitnessprogramm – sie ist gezielte Rehabilitation. Sie wird von Hebammen, Physiotherapeutinnen oder zertifizierten Kursleiterinnen angeleitet und auf den individuellen Zustand nach der Geburt abgestimmt.
📅 Wann kannst du anfangen?
Sanfte Atemübungen und bewusstes Anspannen des Beckenbodens – bereits im Wochenbett möglich und empfohlen.
Sobald die Nachblutung abgeklungen und das Gewebe weitgehend verheilt ist. Grünes Licht beim 6-Wochen-Check bei der Gynäkologin holen.
Nach einem Kaiserschnitt braucht die Narbe mehr Zeit. Erst nach Freigabe durch die Ärztin mit dem Kurs beginnen.
Lass dich beim 6-Wochen-Nachsorgetermin (Teil des Mutter-Kind-Passes) von deiner Gynäkologin untersuchen und frag explizit nach der Freigabe für Rückbildungsgymnastik. Bei Rektusdiastase oder Beckenbodenproblemen braucht es oft individuell angepasste Übungen.
💶 Kostenübernahme durch die ÖGK
Die ÖGK übernimmt die Kosten für Rückbildungsgymnastik, wenn der Kurs von einer anerkannten Hebamme oder Physiotherapeutin geleitet wird und ein Kassenvertrag besteht. Frag beim Kursanbieter explizit nach, ob eine Kostenübernahme möglich ist – und reiche nach dem Kurs die Rechnung bei deiner ÖGK-Stelle ein.
🗺️ Wo findest du Kurse in Wien?
🏋️ Was passiert im Kurs?
Ein typischer Rückbildungskurs dauert 8–10 Einheiten à 60–90 Minuten. Inhalte sind u.a. Beckenbodenbewusstsein und -training, Atemtechniken, sanfte Bauchmuskelübungen, Haltungsschulung und Entspannungsübungen. Mama-Baby-Kurse integrieren das Baby in die Übungen – das macht es leichter und macht Spaß.
Es ist nie zu spät für Rückbildungsgymnastik – auch wenn du erst Monate nach der Geburt anfängst, profitiert dein Körper noch davon. Beckenboden-Rehabilitation ist auch nach Jahren noch möglich und sinnvoll.
▶ Zahlt die ÖGK Rückbildungsgymnastik wirklich?
Ja, wenn der Kurs von einer Hebamme oder Physiotherapeutin mit Kassenvertrag geleitet wird. Die Kosten werden ganz oder teilweise übernommen. Am besten vorher beim ÖGK-Kundencenter nachfragen und die Rechnung danach einreichen.
▶ Was ist eine Rektusdiastase?
Eine Rektusdiastase ist ein Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskulatur entlang der Mittellinie. Sie entsteht häufig in der Schwangerschaft und kann nach der Geburt bestehen bleiben. Wichtig: Nicht alle Bauchübungen sind dabei geeignet – eine Physiotherapeutin kann die richtige Technik zeigen.
▶ Kann ich auch alleine ohne Kurs üben?
Einfache Beckenbodenübungen kannst du jederzeit alleine machen. Für die vollständige Rückbildung ist aber ein angeleiteter Kurs empfehlenswert – falsch ausgeführte Übungen können mehr schaden als nützen.
▶ Gilt Rückbildung auch nach mehreren Geburten?
Ja – nach jeder Geburt sollte Rückbildungsgymnastik gemacht werden, auch wenn man es schon einmal hatte. Jede Schwangerschaft beansprucht den Körper aufs Neue.
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